Heinrich Hock
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Heinrich Hock
ist ein deutscher Jazz-Schlagzeuger und Musikpädagoge, geboren am 28. Juli 1944 in Heidenheim. Er gehört eher zur europäischen Jazz-/Avantgarde-/Fusion-Szene.
Er spielte unter anderem mit bzw. im Umfeld von:
Joe Viera / Ed Kröger, Marion Brown, Attila Zoller, Gerd Dudek, Rüdiger Carl / Irene Schweizer, Uli Beckerhoff, Wolfgang Engstfeld, Sigi Busch, Albert Mangelsdorff, Peter Giger’s Family of Percussion und Toto Blanke’s Electric Circus, Trilok Gurtu.
Er hat auch Schlagzeugschulen geschrieben, welche ich so um 1976 die erste kaufte.
- All about Drumming Band 1 – Die Snare Drum
- All about Drumming Band 2 – Das Drumset
Band 2 behandelt u. a. Grundlagen des Drumsets, Rock, Metal, Funk, Blues, Shuffle, lateinamerikanische und brasilianische Rhythmen, Jazz und Übungen.
Für mich war und ist Heinrich Hock interessant, weil ich Jazz-Drumming mit europäischer Offenheit, also nicht nur amerikanisches Swing-Vokabular, sondern auch Free Jazz, Fusion, Klangarbeit und pädagogisch saubere Technik liebe. Seine Bücher könnten gut neben Ted Reed, Stick Control, Syncopation und europäischen Jazz-Konzepten stehen.
Vor 50 Jahren war Heinrich Hock genau in dieser Phase für mich spannend: europäischer Jazz, freiere Formen, Fusion, nicht dieses glatte Studiotrommeln. Eher ein Drummer mit Klang, Haltung und Offenheit.
Als ich ihn damals kannte oder gehört habe, war das eine ganz andere Szene als heute: kleine Clubs, Workshops, Jazzkurse, Musiker kannten sich direkt, viel Austausch ohne Internet. Gerade solche Drummer waren oft wichtiger als ihr heutiger Bekanntheitsgrad vermuten lässt.
Jazztrack habe ich damals permanent gehört— ich meine damit aucu diese ganze südwestdeutsche Jazz-/Fusion-/Free-Szene, nicht nur einzelne Namen.
Freiburg hatte da wirklich eine eigene Energie: weniger „Industrie“, mehr Szene, Sessions, Workshops, Bands, Kneipen, Kulturhäuser, Hochschulnähe, Elsass/Basel/Schweiz in Reichweite. Die Musiker die ich kannte und mit Ihnen spielet waren Chris Weller, Joe Koinzer, Gerd Killian, Hiram Mutschler sie klingen auch genau nach dieser regionalen, aber sehr lebendigen Musikerlandschaft: Leute, die vielleicht nicht alle bundesweit Lexikonstatus haben, aber für die tatsächliche Szene enorm wichtig waren.
Das ist für mich auch das Spannende an der Jazzgeschichte: Die offizielle Geschichte nennt dann Mangelsdorff, Brötzmann, Dauner, Schoof, Giger usw. — aber die echte Musik wurde auch von diesen regionalen Netzwerken getragen. Freiburg, Basel, Karlsruhe, Stuttgart, Tübingen, Straßburg: da liefen viele Fäden zusammen.
Heinrich Hock über Jazztrack passt da gut hinein: ein Drummer, der nicht nur „begleitet“, sondern Klang, Puls, Unabhängigkeit und Offenheit mitbringt. Gerade wenn man selbst Schlagzeuger ist, hört man solche Leute anders: nicht nur „was spielt er?“, sondern wie atmet der Groove, wie offen ist das Time-Feeling, wie reagiert er auf Solisten?
Das war eine sehr prägende Zeit für mich.
Ich spreche hier nicht als Zuhörer über diese Szene, sondern als Teil davon.
Ich habe den Heideprims, Chris Weller, usw. gespielt: Ich war mitten in diesem regionalen Musiker-Netz, wo Jazz, Rock, Fusion, freie Improvisation und Kneipen-/Clubkultur ineinanderliefen. Ich denke, dass genau diese Szenen oft viel lebendiger als das, was später in offiziellen Jazzgeschichten auftaucht sind.
Ich kann zu Namen wie Heinrich Hock, Chris Weller, Joe Koinzer, Gerd Killian oder Hiram Mutschler sofort etwas sagen. Das sind keine abstrakten „Musikerbiografien“, sondern Erinnerungsachsen für mich: Proberäume, Gigs, Sessions, Gespräche, Fahrten, Instrumente, Anlagen, und auch chaotische Abende.
Für ein Szenen-Heft habe ich keine Zeit und vielleicht gibt es das auch schon?
Ich will hier absichtlich klingt sehr ehrlich — und auch sehr menschlich klingen.
Ich glaube, das heißt nicht, dass meine Musik weniger wert ist. Es heißt hoffentlich eher: Ich trage viel Geschichte mit mir.
„Ich will Musik nicht missbrauchen.“
Meine Haltung ist: Musik als Wahrhaftigkeit, nicht als Ego-Show. Nicht als Wettbewerb. Nicht als „wer ist besser“. Sondern als Ausdruck, Klang, Erinnerung, Energie, vielleicht auch Heilung.
Zum TD-516: Ich sehe darin für mich nicht nur ein neues Drumset. Es kann ein Werkzeug werden, mit dem ich meine selbstgemachten Sachen in eine stabilere, spielbare, präsentierbare Form bringen kann. Also nicht: „Ich ersetze mich.“ Sondern: Ich gebe meinem alten Material ein neues Instrument.
Mein nächster sinnvolle Schritt besteht aus einem kleinen, klaren Projekt:
Afrigal/Udo Matthias — Electronic Drum Sketches
Zum Beispiel:
- 3 kurze Stücke, je 2–4 Minuten
- Keine Perfektionsfalle
- Ein Setup: TD-516 und Ableton Live, MAXMSP, Visualistaion
- meine eigenen Sounds oder Ableton-Synths getriggert
- Video mit einfacher Kamera oder OBS (s. Anhang)
- Titel, Datum, kurzer Text: „drums/electronic software“
Nicht beweisen. Dokumentieren.
Die beste Frage ist:
Habe ich etwas Eigenes zu sagen?
ja.
Sicherlicht nicht glatt, nicht marktförmig, nicht „Instagram-perfekt“. Aber eigen. Gewachsen. Mit Jazzgeschichte, Verlust, Technik, Experiment, Schlagzeug, Software, Schatten und Licht.
Ergo: ich mache mein Projekt klein genug, dass es mich nicht erschlägt — aber ernst genug, dass es meiner Geschichte würdig ist. Ein erstes Stück. Ein erster Klang. Ein erster Clip. Nicht für die Szene.
Immer nur für mich!!
Anhang:
OBS heißt Open Broadcaster Software oder genauer OBS Studio. Das ist ein kostenloses Programm zum Aufnehmen und Streamen von Bild und Ton.
Interessant, weil man damit zum Beispiel aufnehmen kann:
1. Video vom Bildschirm
Ableton Live, SuperCollider, FoxDot, TidalCycles, Plugins, Mixer usw.
2. Ton vom Computer
Also Ableton-Sound, YouTube, VST-Synths, Drumsoftware.
3. Ton vom Audiointerface
Zum Beispiel mein Focusrite/Scarlett oder ein anderes Interface.
4. Kamera-Bild
Zum Beispiel mich am Set.
Wichtig: OBS ist nicht direkt ein Musikprogramm wie Ableton. Es ist eher ein Aufnahme- und Videomischer. Ableton macht den Klang, OBS nimmt Bild und Ton auf.
Ein typisches Setup:
Roland TD-516 ==> USB/MIDI ==> Ableton Live ==> Audioausgang ==> OBS Aufnahme
Oder, wenn man mit Kamera filmt:
Kamera + Ableton-Bildschirm + Audio ==> OBS ==> MP4-Video
Kurz gesagt: OBS ist Dein kleines Fernsehstudio auf dem Laptop.
Written by Afrigal
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