Peter Giger
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Peter Giger
er war mein erstes Vorbild. Seine beiden Schlagzeugbücher habe ich noch immer. Er war und ist für mich Garry Chaffee Europas!!
Peter Giger (1939–27.05.2026) war ein Schweizer Schlagzeuger, Perkussionist, Komponist und Pädagoge, der die europäische Jazz- und Percussion-Szene maßgeblich geprägt hat. Er begann als Jazz-Schlagzeuger, entwickelte sich aber zu einem der Wegbereiter der World Percussion in Europa.
Für mich als Jazz Fusion- und Experimentalmusiker waren und sind folgende Punkte über Ihn sehr interessant:
Er spielte mit Größen wie Albert Mangelsdorff, Eberhard Weber, Volker Kriegel und Archie Shepp.
In den 1970er Jahren (da war ich 17 Jahre alt) war er Mitglied der legendären deutschen Jazz-Rock- und Krautrock-Band Dzyan. Die Alben Time Machine und Electric Silence gelten heute als Klassiker des europäischen Jazz-Rock. Bild rechts oben.
1977 gründete er die Formation Family of Percussion, eines der ersten rein perkussiven Jazz-Ensembles überhaupt. Dort spielte unter anderem der spätere Weltstar Trilok Gurtu mit.
Sein Buch „Die Kunst des Rhythmus“ gilt vielen Schlagzeugern und Perkussionisten als Standardwerk über Rhythmus, Zeitwahrnehmung und musikalische Organisation von Zeit.
Ich schätze an ihm, wie viele andere auch, noch immer:
Polyrhythmik
außereuropäische Rhythmuskonzepte. Ich liebe Konzepte. Groupings die heute oft im Gespräch sind waren auch schon in seinen ersten Heften interessant notiert.
freie Improvisation
Klangfarben statt bloßer Technik
Verbindung von Jazz, Neuer Musik und Weltmusik.
Ich war früher in der Freiburger Jazzszene aktiv und interessiere mich noch immer für experimentelle Musik. Daher gefallen mir vielleicht seine Aufnahmen mit Family of Percussion und die Dzyan-Alben sehr. Ich finde diese immer noch äusserst spannend.
Ich kenne Peter Giger nicht nur als bekannten Schlagzeuger, sondern aus einer Zeit, als seine Arbeit noch nicht den heutigen Kultstatus hatte.
Da ich ihn seit meinem 17. Lebensjahr kenne, habe ich die Entwicklung von seinen frühen Jazz-Jahren über Dzyan bis zur Family of Percussion recht nah miterlebt. Viele jüngere Schlagzeuger kennen heute vor allem seine Lehrbücher oder einzelne Aufnahmen, aber die eigentliche Wirkung von Peter Giger lag oft in seiner Präsenz als Musiker und Lehrer.
Was viele Musiker an ihm beeindruckte, war, dass er Rhythmus nicht als bloße Technik verstand. Für ihn war Rhythmus eher eine Form von Bewusstsein und Kommunikation. Deshalb wirken seine Soli oft weniger wie Virtuositätsschauen und mehr wie musikalische Erzählungen.
Traurig ist, dass Peter Giger im Frühjahr 2026 verstorben ist. Sein Einfluss auf die europäische Percussion-Szene bleibt jedoch enorm – nicht zuletzt durch die vielen Musiker, die er inspiriert und ausgebildet hat.
Es bleibt einfach festzuhalten, dass ich sein Werk und seine Entwicklung über viele Jahrzehnte hinweg aus eigener Anschauung kennengelernt habe. Das ist eine Perspektive, die deutlich tiefer geht als das, was man aus Büchern, Interviews oder Aufnahmen gewinnen kann.
Peter Giger hat in der europäischen Schlagzeug- und Percussionlandschaft eine sehr eigene Spur hinterlassen – zwischen Jazz, freier Improvisation, außereuropäischen Rhythmustraditionen und Neuer Musik. Viele Konzepte, die heute selbstverständlich erscheinen, waren zu seiner aktiven Zeit noch längst nicht allgemein verbreitet.
Written by Afrigal
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