Improvisierte Musik

Improvisierte Musik

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about IMPROVISED MUSIC #1

Improvisierte Musik?

 

Freies Spiel ohne Noten. Das hat eine sehr lange Tradition. Es wurde schon sehr früh getrommelt und gesungen lange bevor es die Notation gab. Auch nach Einzug der Noten hatte das Improvisieren immer wieder große Aufmerksamkeit bekommen.

Besonders im Barock war bei Vortragsabenden das reine Abspielen von Werken nicht gerne gehört. Komponisten aller Epochen haben improvisiert, fantasiert über ihre Stück-Ideen und so hat sich die Improvisation immer weiter verzweigt in verschiedene Musikarten wie z.B. Flamenco, Rock Musik und stilprägend im Jazz natürlich! Heute sind im Baum der Musikarten Verästelungen von improvisierter Musik zu finden z.B. auch in der – Kunst Musik, experimentellen Musik, elektronischen Musik, aber auch im Techno hat sie Einzug gefunden!

Was lieben Musiker an der Improvisation

Mit der Improvisation verändert sich auch das Verhalten des Musikers, sie verändert die Musik selbst und es verändert sich dadurch auch das Verhalten des Hörers in Richtung seines Hörverhaltens.

Die Improvisation ermöglicht dem Musiker auch die Möglichkeit mit den räumlichen Verhältnissen zu arbeiten, auf das Publikum einzugehen usw.

Improvisieren heißt auch Reagieren auf die momentane Situation und die Improvisation ist Teil eines ganzen Prozesses, also Teil von ihm. Der Musiker ist nicht mehr nur der Interpret, der der Komposition sozusagen einen Ausdruck verleiht, er kreiert das Material selbst, so wie Wasser in Richtung des größten Potentialgefälles fließt, wohl durch äußere Einflüsse gelenkt in einem offenen System, kann sie auch in eine Form gegossen werden. Die Musik selbst verändert sich durch die Improvisation denn die Musiker entwickeln auf den Instrumenten auch immer wieder neue Spieltechniken, wie in der Kunstmusik.

Als großes Vorbild der Rockmusik ist hier Jimi Hendrix zu nennen. Vor ihm waren Feedbacks Störgeräusche. Mit ihm wurden plötzlich Teil der Musik.

Albert Mangelsdorf hat die Posaune mit seiner Improvisation völlig neu erfunden. Auch der Zuhörer kommt in eine neue Situation bei Konzerten, denn er ist jetzt Teil der Entstehung von Musik, er weiß nicht mehr vorher worauf er sich einlässt, er kann nicht sagen ich komme mit meiner Erwartung, höre das Stück, die Musik und dann gehe ich wieder nach Hause, nein er ist Teil des Ganzen, er muss sich auch überraschen lassen, er kann sehrwohl enttäuscht werden, usw. Aber er kann eben auch Wunderbares erleben in einem Konzert mit viel oder auch reiner Improvisationsmusik.

Vergleich der Komposition mit der Improvisation

Die Improvisierte Musik kann vor allem reagieren. Die Komposition ist starr, eher statisch. Natürlich kann der Musiker durch seine Interpretation, durch die Variation der Tempi, durch ändern des Timbres vor allem auch in der elektronischen Klangmusik, also mit quasi dynamischer Führung Neues in die Komposition bringen. Aber es bleibt ein starres Gebilde, sonst würde man das Stück eben auch nicht wiedererkennen. Der Wiedererkennungswert ist eine Freude für viele Menschen. Die Improvisation ist im Gegensatz dazu eben frei, sie kann reagieren, sie muss es auch, gerade in der Gruppenimprovisation ist sie ja eine Interaktion der Musiker, weil der einzelne Musiker selbst nicht weiß, welchen Verlauf das Stück nimmt. Darüber hinaus bietet die Improvisation andere Auftrittsmöglichkeiten da, wo andere bildende Künstler zur Geltung kommen, also auf Vernissagen, auf Lesungen etc. Das ist eine wunderbare Möglichkeit, neue Interpretationen, Gegenüberstellungen auch von Orten vorzunehmen.

In einer Kirche muss man nicht zwingend über Kirchenwerke improvisieren! Man kann auch dagegen steuern! Aus einem solchen Verhalten können völlig neue Akzente entstehen!

Klingt Improvisation, Free Jazz und Kunst Musik immer schräg?

Ob etwas „schräg“ klingt oder nicht, hat etwas mit dem Hörer zu tun. Die Hörgewohnheiten entscheiden natürlich maßgebend darüber, wie sich Musik für mich selbst anfühlt! Das betrifft alle Stilarten der Musik und auch in allen Kulturen.

In der Neuen Musik werden bewusst auch Intervalle gesucht, die Reibung erzeugen. Tontrauben aus kleinen Sekunden sind in der elektronischen Musik beliebt und im Free Jazz redet man gar nicht darüber, man sucht ein abstraktes, surreales Gesammtwerk zu schaffen.

Welchen Zugang habe ich zur Musik? Sind Störungen und Störgeräusche erlaubt ? Ähnlich wie im Film und der Fotografie, werden Körnung und Verzerrungen Teil der neuen Ästhetik. Das Geräusch wird als „Mehr“ für die Musik empfunden.

Hier muss man auch Frank Zappa zu nennen.

Man muss sich selbst einen Zugang zur Improvisationsmusik erschaffen. Wenn ich vor einem Jackson Pollock stehe und sage, das kann vielleicht eine Katze sein, das eventuell der Baum, etc. das ist dann kein Zugang zu einem abstrakten Ganzen!!

Gefordert ist das sich Einlassen auf die Musik als Gesamtkunstwerk. Man kann hier auch Kraftwerk nennen, obwohl die Musik dieser Band keine Improvisationsmusik ist, ist Kraftwerk ein Gesamtkunstwerk. Manchmal kann Musik aber auch schräg klingen weil eine mangelnde Qualität der Musiker vorhanden ist das gilt aber für alle Stile und Künste. Auch beim Handwerk.

Kann das dann jeder Mensch machen?

Kinder haben am Anfang keine Probleme frei auf Instrumenten zu spielen. Also, könnte man sagen, dass ein jeder hat die Möglichkeit zum freien Spiel hat. Allerdings ist es so, dass im Laufe der Sozialisation vielen Musikern diese Fähigkeit abtrainiert wird.

Welchen Schaden, im bestgemeinten Sinne, richten auch heute noch, das Elternhaus, die Musikschulen, das Schulsystem überhaupt an?

Mit Äusserungen wie: Das ist falsch?? Das ist richtig?? Das macht man nicht…..usw.

Es gibt nicht nur eine Theorie in der Musik. Um mit Pink Floyd (The Wall) zu sprechen, jede dieser Sozialisationsstufen legen einen weiteren Stein in die große Mauer. Am Ende sind wir total blockiert und wissen nicht mehr wie man frei spielt. Weil sie unterrichtet wurden darin, wie es richtig zu klingen hat. Es gibt aber Techniken, z.B. im Jazz – wie man Improvisation üben und „Lehren“ kann, auch über die Pentatonik hinaus.

Kann eine Improvisation verglichen werden? Was übt man um improvisierte Musik machen zu können??

  1. Das Instrument sollte man „beherrschen“!
  2. Um facettenreich mit Tonmaterial umzugehen braucht es schon gewisse Grundlagen auch neben der eigenen Klangfindung. Der Gestaltungsbogen wird immer größer, wenn man sich intensiv mit einem Thema beschäftigt.
  3. Das kann ein Lebenswerk werden.

Association for the Advancement of Creative Musicians (AACM)

4.Beschäftigung mit dem Instrument ist ein sehr wesentlicher Faktor. Das muss nicht stilgebunden sein.

5. Um Neues zu schaffen muss ich nicht alles Alte selbst gut spielen können, aber wie es funktioniert hat, klingt usw. das sollte man wissen.

Eine eigene ästhetische Vorstellung von dem was ich will ist auch essentiell.

Wenn dann irgendwann alles zusammenpasst, kann eine Improvisation ein wunderbares Ergebnis hervorzaubern.

 Was braucht es für ein Konzert mit improvisierter Musik?

Im Extremfall kann alles völlig ohne Absprachen geschehen. Das ist durchaus üblich.

Es gibt auch andere Beispiele in der konzeptionellen improvisierten Musik wo man Vorgaben hat. z.B. grafische Kompositionen wie in der Kunstmusik, ein Bild oder auch Text, oder nur ein Satz der die Musiker vielleicht in eine bestimmte Schwingung versetzt, oder Assoziationen erzeugen soll. Es gibt aber auch sehr extreme Absprachen.

Cluster aus 253Hz Flächen in verschiedenen Timbres. Man könnte die ganze Zeit über diese Frequenzen, Pads improvisieren. Das kann interessante Schwingungen erzeugen. Man kann auch sagen, Improvisierte Musik und auch elektronische Musik ist immer ein „Work in Progress“. Die Musik und der Sound sollten aber immer im Vordergrund stehen. Es gibt vielleicht manchmal auch eine Message, wie beim Art Ensemble of Chicago, wenn sie gut ist, ist diese aber auch gut versteckt in einem Gesamtkunstwerk. Eine Band ist manchmal erst eine Band wenn sie ihre Arbeitskleidung an hat. Oder aber die Arbeitskleidung ist ihre alltägliche.

Wie kann man zur Improvisierten Musik kommen?

Für sehr viele ist das der Blues und Jazz. Standards ohne Proben sind oft langweilig vorgetragen. Standards mit zu vielen Proben töten alles Lebendige.

Zufriedenheit entsteht bei etwas anderem. Wie macht man als Drummer ein eigenes Programm? Zu Vieles Kopfzerbrechen führt oft auch nicht zum Ziel! Kreativität!? à Flow – Mihály Csíkszentmihályi

Eine eigene Sprache finden für meine Ausdruck und meine Ästhetik! Sich fragen: Was gibt mir die improvisierte Musik? Viel Arbeit am Instrument und mit Theorie. Das kann dann zu einer tollen intensiven Erfahrung führen. Immer das Ganze als „Work in Progress“ sehen. Immer wieder neue, eigene Klänge, Rhythmen, etc. suchen.

Ich kann schon fast keine Klassik mehr hören!?

FREE JAZZ

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Oktober 3rd, 2018 by Afrigal