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Written by Afrigal on 01/08/2026

Hella

Art Kunst allgemein . Ästhetik . drummer . experimental . Klanglandschaften . Lärm . Power Electronic Article

udo matthias drums electronic software Afrigal Basel Binzen Freiburg im Breisgau DD

Hella

WeiterlesenHarald Kimmig

extrem experimentelle Math-/Noise-Rock-Band aus Sacramento.

Hella kick out all those other jerks, announce new record Tripper | Music News | Releases | Tiny Mix Tapes

WeiterlesenFrank Zappa

Im Kern ist Hella ein Duo:

Zach Hill – Schlagzeug & Spencer Seim – Gitarre

WeiterlesenPeter Giger

Die Musik klingt wie eine Mischung aus Math Rock, Hardcore, Free Jazz, Videospielmusik und kontrolliertem Chaos. Zach Hill spielt dabei hochkomplexe, oft explosionsartige Rhythmen: schnelle Einhandwirbel, verschachtelte Akzente, abrupte Taktwechsel und scheinbar unabhängige Bewegungen aller vier Gliedmaßen. Die Gitarre übernimmt weniger eine klassische Begleitfunktion, sondern arbeitet rhythmisch fast wie ein zweites Schlagzeug.

Hold Your Horse Is von 2002 gilt als das zentrale frühe Hella-Album.

WeiterlesenVinnie Colaiuta

Besonders:

Biblical Violence

WeiterlesenRobyn Schulkowsky

Republic of Rough and Ready

1-800-Ghost-Dance

WeiterlesenAnima Berliner Schule

Brown Metal

Etwas melodischer und übersichtlicher ist das spätere Album Tripper von 2011, auf dem Hill und Seim wieder konsequent als Duo spielen. Für mich als Schlagzeuger ist Zach Hill besonders interessant, weil er nicht einfach komplizierte Patterns spielt. Er behandelt das Drumset nahezu wie ein orchestrales, polyphones Instrument: Klangflächen, durchlaufende Bewegungen, extreme Dynamik und rhythmische Überlagerungen. An manchen Stellen erinnert seine Haltung eher an Free Jazz und Neue Musik als an konventionellen Rock – nur mit enormer körperlicher Energie.

WeiterlesenNoise Music Intro

Zach Hill wurde später außerdem Mitglied von Death Grips. Hella zeigt jedoch wahrscheinlich am deutlichsten seine rein instrumentale und rhythmische Seite.

WeiterlesenThe Art of Noise#2

 

WeiterlesenElliot Sharp

„Electronic Drum Solo Dub Mix (Single Take)“ von Death Grips. Das Entscheidende steht bereits im Namen: Zach Hill hat das rhythmische Ausgangsmaterial offenbar in einem einzigen Durchgang auf einem Roland-V-Drumset gespielt – nicht als MIDI-Noten einzeln programmiert. Die vollständige, etwa elfminütige Aufnahme wurde 2017 veröffentlicht; ein Teil davon war zuvor in einem Tour-Promovideo zu hören.

Wie das Stück wahrscheinlich entstanden ist

1. Eine durchgehende physische Improvisation

Zach spielt keinen traditionellen „Beat mit anschließendem Solo“. Er erzeugt einen ununterbrochenen Bewegungsstrom:

WeiterlesenSven Ake Johansson

kurze Zwei-, Drei-, Vier- und Fünfergruppen, Akzentverschiebungen, Wirbel und Mehrfachschläge, plötzlich wechselnde Orchestrierungen, ostinate Fußbewegungen, absichtlich überladene Dichte.

Das Material wirkt teilweise wie programmiertes IDM oder Breakcore, ist aber grundsätzlich mit Händen und Füßen gespielt. Death Grips hatten schon bei früheren Produktionen erklärt, dass Zach die elektronischen Beats live auf Roland V-Drums spielte und nicht jeden Schlag manuell in einem Sequencer programmierte.

2. Das V-Drumset war nicht nur ein Schlagzeug

WeiterlesenPierre Henry

Die Pads triggern vermutlich sehr unterschiedliche elektronische Klänge:

extrem kurze Kick- und Snare-Samples, digitale Toms, metallische Geräusche, verzerrte Claps und Noise-Sounds, eventuell mehrere Samples pro Pad beziehungsweise Velocity-Layer.

WeiterlesenAlan Dawson

Dadurch kann dieselbe körperliche Spielweise wie ein hybrider Drumcomputer klingen. Ein kräftiger Schlag kann beispielsweise einen anderen Klang oder stärkere Verzerrung auslösen als ein leiser Schlag.

Die exakten Modul-, Sample- und Pad-Zuordnungen sind nicht öffentlich dokumentiert. Sicher belegt ist nur die Verwendung von Roland V-Drums; alles Weitere muss man aus dem Klangbild ableiten.

3. „Dub Mix“ bedeutet klangliche Raumsteuerung

WeiterlesenKontakte Stockhausen

Der Begriff Dub Mix deutet auf eine zweite Ebene hin: Das gespielte Signal wurde durch Effekte geschickt oder nachträglich dubartig gemischt.

Man hört typische Verfahren wie:

WeiterlesenFrancois Bayle

Delay-Wiederholungen, abruptes Öffnen und Schließen von Hallräumen, Filterfahrten, Feedback, Verzerrung und Kompression, kurze Stummschaltungen, möglicherweise Pitch- oder Sample-Manipulation.

Dadurch entstehen Momente, in denen man nicht mehr eindeutig unterscheiden kann:

Hat Zach gerade noch einmal geschlagen – oder hören wir eine Delay-Wiederholung?

WeiterlesenGunter Hampel

Das ist ein wesentlicher Teil der Illusion. Die rhythmische Komplexität besteht nicht ausschließlich aus seinen Schlägen; gespielte Impulse und elektronische Wiederholungen überlagern sich.

4. „Single Take“ heißt nicht unbedingt „völlig unbearbeitet“

Sehr wahrscheinlich bedeutet es:

WeiterlesenJazz The new Wave

Das Schlagzeugsolo wurde als zusammenhängender Take gespielt. Es wurde nicht aus hunderten kleinen MIDI-Segmenten zusammengesetzt. Der Klang konnte trotzdem währenddessen oder danach bearbeitet, gemischt, komprimiert und mit Dub-Effekten versehen werden.

Ob die Effekte von Zach selbst während des Spiels, von Andy Morin gleichzeitig oder später in der Produktion gesteuert wurden, ist nicht eindeutig belegt. Bei Death Grips arbeiten Zach Hill und Produzent Andy Morin normalerweise eng zusammen; die Band beschreibt ihren Ansatz als radikales Bearbeiten, Zerstören und Wiederaufbauen von Klangmaterial.

Wie Zach das rhythmische Material „generiert“

WeiterlesenGILAD HEKSELMAN

Ich höre darin weniger einen ausgeschriebenen elfminütigen Ablauf als ein Echtzeit-System aus wenigen Regeln:

  1. Eine kontinuierliche Handbewegung wird begonnen.
  2. Die Akzente wandern unabhängig vom Grundpuls.
  3. Einzelne Gliedmaßen halten vorübergehend ein Ostinato.
  4. Andere Gliedmaßen füllen freie Positionen.
  5. Ein Motiv wird verdichtet, verkürzt oder auf andere Pads verteilt.
  6. Sobald sich ein Groove stabilisiert, zerstört Zach ihn bewusst.

Das passt sehr stark zu meiner Rhythm Matrix. Er verwendet wahrscheinlich nicht „alle Möglichkeiten“ bewusst nacheinander. Vielmehr besitzt er durch jahrzehntelanges Spielen einen großen Vorrat an Bewegungszellen und kann während des Spiels zwischen ihnen springen.

WeiterlesenMomentform

Zum Beispiel könnte eine Dreiergruppe

RLR

WeiterlesenFrank Wiedemann

durch Akzentverschiebung und Orchestrierung sofort mehrere Gestalten annehmen:

RLR RLR RLR

WeiterlesenTacita Dean

Dann wird sie über einen Viererpuls gelegt:

3+3+3+3+43+3+3+3+43+3+3+3+4

WeiterlesenEmil Schult

oder mit einer Zweier- beziehungsweise Fünferzelle verbunden:

3+3+2,5+5+3+33+3+2,\qquad 5+5+3+33+3+2,5+5+3+3

WeiterlesenEmil Karlsen

Das Ohr hört dadurch ständig wechselnde Taktarten, obwohl Zach möglicherweise nur Gruppierungen über einem weiterlaufenden Puls verschiebt.

Das Außergewöhnliche ist nicht, dass ein Computer komplizierte Rhythmen erzeugt. Es ist umgekehrt:

Zach Hill spielt körperlich so, wie normalerweise ein radikal geschnittener und automatisierter Sequencer klingt.

WeiterlesenKurt Schwitters

Der Computer erweitert anschließend den Klangraum durch Samples, Feedback, Filter und Wiederholungen. Die rhythmische Primärenergie kommt jedoch aus seinem Körper.

Mit meinem TD-15 und Ableton ließe sich dieses Prinzip sehr gut nachbauen: vier bis acht kontrastierende Samples, Velocity-abhängige Klangwechsel, ein Dub-Delay mit hohem Feedback und eine freie Improvisation aus unseren 3er-, 4er- und 5er-Matrizen. Das wäre keine Zach-Hill-Kopie, sondern eine logische elektronische Fortsetzung meiner eigenen Rhythm Matrix.

Written by Afrigal

musician-drummer-programmer-electronic-blues-jazz-fusion-worldmusic

Tags: absichtlich überladene Dichte, Akzentverschiebungen, Death Grips, Drei-, Duo, enorme körperlicher Energie, Free Jazz, Hardcore, Hella, kontrolliertem Chaos, kurze Zwei-, Math-/Noise-Rock-Band, Mischung aus Math Rock, Neue Musik, ostinate Fußbewegungen, plötzlich wechselnde Orchestrierungen, Rhythm Matrix, Spencer Seim, Videospielmusik, Vier- und Fünfergruppen, Wirbel und Mehrfachschläge, Zach Hill
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