Theo Croker
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Theo Croker
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Jazz is Dead ??

tolles Buch!!
Diese zwei älteren Herren aus der Muppet Show mit Kermit, Miss Piggy & Co vielen mir sofort ein als Theo Croker seinen Song „Jazz Is Dead“
(feat. Gary Bartz & Kassa Overall) am 15. April 2022 veröffentlichte (Album Love Quantum).
Wird es ihm gleich gehen wie vielen anderen, die sich für Neuerungen einsetzten? z.B. Beuys: Er wollte dass ein Jeder an eine Kunsthochschule gehen kann!! Da hat er es fett abbekommen von den alt eingesessenen Dozenten mit Ihrem Elfenbein Turm Denken und gutem Gehalt. Ich weiß nicht ob es heute an verschiedenen Orten immer noch eine Bebop Polizei gibt??. Vor 35 Jahren vertrat ich die Meinung, dass Jazzschulen auch eine Gefahr bergen, nämlich dass der Jazz zur Konserve (von Konservatorium) wird. Da müsste man natürlich länger drüber reden. Auch heute noch vertrete ich die Meinung, dass man mit Pentatonik Kunst machen kann. Sonst wäre ja u.v.a. das durch die Mechanik einer Kirchenorgel auferlegte griechische, bis heute gültige fünf- bis zwölttönige Tonsystem unerklärlich. Die Aussage mancher Musiker, Jimi Hendrix sei trivial und heute ist man viel weiter, verstand ich nie. John Coltrane spielte auch Pentatonik und es sprach mich an, genauso wie Jimi. Daran hat sich auch durch meine Ausbildung nichts geändert. Ich liebe die afrikanische Musik.
Kassa Overall ist ein US-amerikanischer Schlagzeuger, Produzent, Komponist und Rapper der Jazz, Hip-Hop, Elektronik und politische Spoken-Word-Ästhetik miteinander verschmilzt.
Geboren: 1982, Seattle
Wirkungsort: vor allem New York
Instrument: primär Schlagzeug, denkt aber in Beats, Texturen und Strukturenein Jazzmusiker, der Hip-Hop ernst nimmt, ein Hip-Hop-Produzent, der Jazz nicht nostalgisch behandelt, ein politischer Künstler, ohne platt zu werden
Stil: Was macht ihn besonders? das Schlagzeug als Sprache, nicht als Begleitung, Bei Kassa ist Drumming nicht „Timekeeping“, sondern: erzählend, kommentierend, manchmal störend, manchmal konfrontativ. Er benutzt das Schlagzeug wie ein sprachliches Werkzeug. Jazz nicht als Stil, sondern als Methode. Er spielt nicht „Jazz-Standards“ im klassischen Sinn, sondern benutzt: Improvisation, Interaktion, Offenheit, Risiko als Arbeitsweise, nicht als Genre.
Er hat eine starke Verbindung zu Hip-Hop & politischem Ausdruck
Er integriert: Rap, Spoken Word, politische Texte (Rassismus, Macht, Gesellschaft, Identität), Sampling-Ästhetik, Beat-Produktion
Er steht damit näher an Flying Lotus, Kendrick Lamar, Madlib, Dilla als an klassischen Jazzdrummern.
Zentrale Alben: Go Get Ice Cream and Listen to Jazz (2019) / Ironischer Titel — genau mein Thema.
Ein Album über: Gesellschaft, Politik, Jazz als Haltung, moderne schwarze Kultur
I Think I’m Good (2020) – Noch experimenteller, mehr Elektronik, mehr Spoken Word, mehr Reibung.
Animals (2023) Sehr dicht, sehr bewusst produziert, starke politische Themen, komplexe Soundästhetik.
Verbindung von Kassa Overall zu Theo Croker
Beide teilen:
|
Theo Croker |
Kassa Overall |
| Jazz als Haltung | Jazz als Haltung |
| Gegen Nostalgie |
Gegen Nostalgie |
| Hybrid aus Genres |
Hybrid aus Genres |
| Starke Gegenwartsbezüge |
Starke Gegenwartsbezüge |
| Sounddesign wichtig | Sounddesign extrem wichtig |
Beide verkörpern genau das, was „Jazz Is Dead“ eigentlich meint:
Jazz lebt dort, wo er sich verwandelt.
Text: von Jazz is dead.
Jazz ist tot
Uns ist scheißegal, was die gesagt haben
Für diese Musik haben nur unsere Leute geblutet
Ich besitze alle meine Master, hört mich: Jazz ist tot
Geboren aus dem schwarzen Intellektuellengeist
Swingen mit diesem Afrobeat in J Dilla Time
Wir sind die Fackelträger der Wahrheit, öffnet eure Augen
Wir lassen nicht zu, dass diese Institutionen unsere Kultur sterben lassen
Sie können unsere Geister nicht gentrifizieren, wenn das Volk zusammensteht
Wir können die schwarze Musik befreien und die Schwingungen aufsteigen lassen
Ich rappe: Jazz ist tot, vergesst diesen Dreck aus euren Köpfen
Ich habe den Ältesten Gary Bartz mitgebracht, um es euch allen noch einmal zu sagen
Los geht's
Jazz ist tot, Jazz ist tot, Jazz, Jazz ist tot
Ohhhhhhh Jazz ist tot, Jazz ist tot, Jazz ist tot, Jazz ist tot
Lang lebe die Musik, Jazz ist tot
Ohhhhhhh
Ich erwecke den Tod zum Leben, den Jazz, Lazarus
Ich chill in der Schlampe ihrem Haus, mein Name ist ein Parfüm
Sie bewegt sich wie eine Heilige, doch ihr Tanz ist leichenhaft
Ich hörte, sie sang Lieder auf der Bühne des Vollmonds
Hör dir die philosophische Musik an
Lerne ein paar Wörter, vielleicht schaffst du es ja sogar
Produziere die Gewohnheiten und den Rhythmus in Massen
Lass mich im Dunkeln mit einem Streichholz und einem Prisma zurück
Du hast ein Diplom, aber musst bezahlt werden
Du lachst und lächelst, doch tanzt du in Ketten
Pst
Du könntest mein Tod sein
Jazz ist tot
Lang lebe die Musik
weiter siehe: Kamasi Washington, Makaya McCraven, Flying Lotus ….
Theo Croker meint mit „Jazz is Dead“ nicht, dass Jazz als Musikform vorbei ist. Er benutzt den Satz provokativ und strategisch, um auf etwas sehr Konkretes hinzuweisen. Nämlich: Der Jazz als museale, normierte Stilform ist tot – Jazz als Haltung, Prozess und Risiko muss neu geboren werden. Er meint, dass Jazz als akademisches System, Jazz als Lehrplan, Jazz als korrekt gespielte Standards, Jazz als Reproduktion historischer Stile … technisch perfekt, kulturell oft risikoscheu wird, wenn man nicht Vorsicht walten lässt.
Croker kritisiert einen Jazz, der: nur noch bewahrt, kaum noch irritiert, mehr Archiv (Konserve) als Gegenwart ist. Aussagen wie: „So muss Jazz klingen“, „Das ist kein Jazz mehr“, Abgrenzung statt Offenheit !! Nicht nur für Croker widerspricht das dem ursprünglichen Geist des Jazz!!!
Was jedoch immer noch lebt, ist, der Jazz als Prinzip der: Improvisation, Reibung, soziale Realität, Hybridisierung, Technologie
Er meint also: Wenn Jazz sich nicht verändert, stirbt er. Wenn er sich verändert, lebt er.
Er selbst kommt aus der Jazz-Tradition (Enkel von Doc Cheatham), arbeitet aber bewusst mit Hip-Hop, Elektronik, Afrofuturismus, Spoken Word, Pop-Ästhetik und mehr. Seine Musik ist: groove-basiert, klanglich produziert, offen für Studioarbeit und nicht an Jazz-Purismus gebunden.
Damit stellt er die Frage: Warum darf Jazz nicht so zeitgenössisch sein wie Hip-Hop?
„Jazz is Dead“ als Kampfbegriff das funktioniert ähnlich wie: „Rock is Dead“, „Painting is Dead“- Nicht als Diagnose, sondern als ein Weckruf für alle die den Jazz lieben.
Er zwingt uns zu der Entscheidung, den Jazz als Stil zu bewahren, oder den Jazz als offenen Prozess weiter zu denken.
Was Croker meint, passt erstaunlich genau zu meinen momentan Überlegungen, die da wären: Jazz nicht als Zustandsmaschine, nicht als Übergangssystem, nicht als Repertoire, sondern als Traversal durch Zeit (das systematische Durchlaufen von Strukturen (wie Bäumen oder Graphen in der Informatik) zu sehen. Mit meinen eigenen Worten: Jazz stirbt dort, wo er Zustand wird. Jazz lebt dort, wo er Übergang bleibt.
Quintessenz: Jazz ist nicht tot, aber er darf nicht bequem werden.
Noch schärfer: Wenn Jazz nicht mit der Gegenwart kollidiert, ist er bereits Geschichte.
Written by Afrigal
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