April 10th, 2020 by Afrigal

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Mathias Maschat

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Im Grunde kann man Improvisation einfach als eine Methode, ein Konzept bezeichnen um Musik zu erzeugen. Und je nach dem welche Musik man erzeugen möchte, wendet man die Methode auf unterschiedliche Art und Weise an.

Das heißt, wenn wir uns jetzt z.B. in den Bereich der freien Improvisation begeben, wie sie sich seit den 60iger Jahren etabliert hat, sind wir in einem Bereich, der in einem sehr hohen Maß auf Improvisation setzt. D.h. in anderen Bereichen der Musik, z.B. Blues und Jazz, auch Strömungen in der Rockmusik die mit Improvisation arbeiten, also wenn ein Solist auftritt, der zu einem Gerüst, welches die Band erzeugt spielt, improvisiert oder aber auch ein indischer Raga. Usw. überall findet Improvisation statt. Aber eben vielmehr Idiom geleitet.

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Es gibt den Terminus der „Idiomatischen Musik“, welche an ein spezielles Idiom gebunden ist. Die freie Improvisation hat im Grunde diese Idiomatik aufgelöst. Da steckt dann natürlich auch der Widerspruch drin, dass sie damit schon wieder ein eigenes Idiom ausgebildet hat.

https://www.zeit.de/online/2006/01/bailey_nachruf

Das heißt, auch freie Improvisation ist zu einem eigenen Idiom geworden.

Wenngleich natürlich wichtig ist, dass die freie Improvisation in sich auch wieder vollkommen divers ist und ganz unterschiedliche Spielarten ausgeprägt hat.

https://ausland-berlin.de/mathias-maschat

Improvisation lebt im Grunde von der Vorbereitung, Improvisation ist ihre Vorbereitung!! D.h. die Musikerinnen und Musiker haben einen großen Erfahrungsschatz auf den sie zurückgreifen können und das natürlich gezwungenermaßen auch tun. Das sind ausgebildete persönlich Stile, aber auch Konzepte die mitgebracht werden, ästhetische Präverenzen,..

Im Falle der Gruppen Improvisation ist natürlich das Interessante, dass verschiedene Musiker mit verschiedenen Stilen Aufeinander treffen um dann in der Begegnung die Musik im Moment

erschaffen. Bei aller Vorbereitung, bei allem

was die Einzelnen Charakteren mitbringen auf die Bühne,

wird es also immer auch einen Moment des unvorhergesehenen geben.

Das ist ja auch etymologisch im Begriff der Improvisation verwurzelt.

Improvisation bedeutet, wenn man es wörtlich übersetzt, Unvorhergesehenes.

D.h. man kann immer damit rechnen, dass etwas passiert, welches man so nicht hätte vorhersehen können.

Auch das ist wieder ein kleiner Widerspruch, man kann natürlich vorhersehen, dass etwas Unvorhergesehenes passiert. Man kann hier also auch von dem Paradox der Vorhersehbarkeit der Unvorhersehbarkeit sprechen.

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