Sounds aus dem All
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Sounds aus dem All
für elektronische Musik ein gefundenes Fressen, wenn man ein bisschen etwas von Physik versteht und sich nicht Fehlleiten lässt.
Planetentöne sind Töne, deren Frequenz auf der Basis von Rotations- oder Umlaufszeiten von Planeten des Sonnensystems oktavanalog berechnet werden (Sonifikation). Die Beschäftigung mit ihnen beruht auf dem Wunsch einiger Musiktheoretiker, ein Tonsystem zu erhalten, das auf astronomischen periodischen Prozessen beruht. Solche Bestrebungen gehen letztlich auf ein zahlenorientiertes kosmisches Harmonie- und Ordnungsdenken zurück, das man bereits bei den Pythagoreern, Platon und Aristoteles findet und das im christlichen Schöpfungsdenken fortgesetzt wird („Gott hat alles wohlgeordnet“), in der naturwissenschaftlichen Physik aber keinen Platz mehr hat.
Neuzeitlich treten pseudowissenschaftliche Energie- und Heilungsideen hinzu. Die Idee, dass Planeten durch ihren Umlauf tatsächlich „Sphärenklänge“, also irgendeine Art von Musik, erzeugen, gilt heute als nicht naturwissenschaftliche, widerlegbare Hypothese.
Die aus den Daten der Erde errechneten Töne werden im Allgemeinen ebenfalls den Planetentönen zugeordnet. Die Tonhöhe (Frequenz) wird willkürlich durch sukzessive Verdoppelung (Oktavierung) der astronomisch bestimmten Rotations- oder Umlauffrequenzen festgelegt, bis ein für das menschliche Ohr gut hörbarer Frequenzbereich erreicht ist.
Die Töne finden in der westlichen Esoterik-Szene Verwendung.
Jeder Planet strahlt Radiowellen aus, die können wir zwar nicht hören, aber hörbar machen kann man sie schon.
Das ganze All klingt, Gott ist Klang.
Es ist voll und laut in den Städten. Geräusche umgeben uns die ganze Zeit.
Eine entspannende Vorstellung, dass der Weltraum ein tonloser Raum ist. Ein Vakuum, in dem sich keine Schallwellen fortbewegen-, und das bedeutet- wir absolut nichts hören können.
Wenn im Luftleeren Raum keine Teilchen bewegt werden können, weil der Träger fehlt, kann auch nichts auf unser Trommelfell kommen.
Die alte Vorstellung, Frequenzen aus der Umlaufbahn auszurechnen und dann eine Harmonie fest zu stellen ist seit Phythagoras bekann, heute aber wissenschaftlich nicht mehr zu belegen.
Und doch, stellt die NASA Space Sounds online, die „Töne der Planeten“.
2012 wurden die Weltraumsonden Voyager I und II, von der NASA in den interstellaren Raum geschickt und sind seitdem in unserem Sonnensystem unterwegs. Auf ihrer inzwischen über 8 Milliarden Kilometer langen Reise durch das Sonnensystem konnten ihre Sonden elektromagnetischen Wellen in den Räumen um Jupiter, Saturn und Uranus registrieren.
èElektromagnetische Wellen sind Wellen aus gekoppelten elektrischen und magnetischen Feldern.
Anders als Schallwellen brauchen sie kein Medium um sich fortzubewegen.
Im Vakuum nennt man sie Transversalwellen.
Eine Transversalwelle – auch Quer-, Schub- oder Scherwelle – ist eine physikalische Welle, bei der die Schwingung senkrecht zu ihrer Ausbreitungsrichtung erfolgt. Das Gegenteil ist eine Längs- oder Longitudinalwelle, bei der die Schwingung in Richtung der Ausbreitungsrichtung stattfindet. Beispiele für eine Transversalwelle sind eine Saitenschwingung oder Licht im Vakuum, während Schall in einem idealen Fluid (näherungsweise in Luft) eine Longitudinalwelle ist.
Beispiele für elektromagnetische Wellen (oder auch elektromagnetische Strahlung) sind Radiowellen, Mikrowellen, Wärmestrahlung, Licht, Röntgenstrahlung und Gammastrahlung.
Die Art und Weise wie wir sie aufnehmen (also ob wir sie hörbar machen können wie die Radiowellen, unser Essen damit erhitzen können wie mit den Mikrowellen, sie als Licht sehen oder unseren Körper damit durchleuchten können wie mit den Röntgenstrahlen) hängt nur von ihrer Frequenz ab.
Und wie entstehen elektromagnetische Wellen im Weltraum?? Elektromagnetischen Wellen können zum Beispiel durch die Wechselwirkung von Sonnenwind (ein Strom geladener Teilchen, der ständig von der Sonne in alle Richtungen abströmt) mit dem Magnetfeld der Planeten entstehen, durch die ionische Teilchen mit einer hörbaren Schwingfrequenz freigesetzt werden.
Auch gibt es „gefangene“ Radiowellen, die zwischen den Planeten und ihren Oberflächen und Atmosphären hin und her reflektiert werden oder elektromagnetische Wellen, die aus der Magnetosphäre herausgestrahlt werden bzw. aus geladenen Partikel-Emissionen aus den Ringen einiger Planeten heraus entstehen. Zudem konnten die Voyager-Sonden ein elektromagnetisches Grundrauschen im Vakuum wahrnehmen.
In der Elektronik kennt man auch das thermische Rauschen.
Wenn nun die für uns hörbaren Frequenzbereiche herausgefiltert werden und (ähnlich wie Radiowellen) in Schallwellen umgewandelt werden, können wir auf einmal die Planeten hören!
Also ist, ganz anders als erst angenommen, im Vakuum des Weltraums immer noch einiges los und man hat es dort mit einer Vielzahl physikalischer Effekte zu tun! Auch Versuche in der Quantenphysik bestätigen, dass sogar im absoluten Vakuum noch ein merkwürdiges Grundrauschen elektrischer und magnetischer Felder übrigbleibt und Teilchen noch spontan entstehen und verschwinden können.
Hätten wir also Radioantennen statt unseren Ohren, könnten wir überall im Weltraum ein Rauschen, Piepen, Surren und Quietschen wahrnehmen. So wie sie hier in den Aufnahmen der NASA aufgezeichnet sind!
Nicht nur im All gibt es Bereiche, die mit elektromagntischen Wellen gefüllt sind, sondern auch auf der Erde ist einiges los, was wir nicht direkt mit unseren Sinnen wahrnehmen können.
space is only electric vibrations
Oben sind einige Aufnahmen von den elektromagnetischen Wellen unserer Alltagsgeräte in der Wohnung zusammengestellt!
Quellen:
Aigner, Florian: Die Vermessung des Nichts) https://motherboard.vice.com/de/article/die-vermessung-des-nichts
Bäker, Martin: Die Maxwellgleichungen (fast) ohne Formeln: 3. Wir bauen eine Welle. http://scienceblogs.de/hier-wohnen-drachen/2010/08/26/die-maxwellgleichungen-fast-ohne-formeln-3-wir-bauen-eine-welle/
Dipl.-Ing. Lindenman, Maike; Prof. Dr.-Ing. Hans-Peter Leimer; Dr.-Ing. Carsten Rusteberg: Ausbreitung elektromagnetischer Wellen. HAWK Hildesheim. http://www.building-physics.net/webfm_send/331
http://www.physikdidaktik.uni-karlsruhe.de/software/hydrogenlab/Atomphysik/LZ_Schall_Licht/Arbeitsauftrag_LZ.pdf
Lamb, Robert: Space Music: Symphonies of the Planets http://www.stufftoblowyourmind.com/blogs/symphonies-of-the-planets.htm
Leitenberger, Bernd: Der Aufbau der Voyager Sonden (2001) URL: https://www.bernd-leitenberger.de/voyager-sonde.shtml
LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg : Elektromagnetische Felder und Hörphänomene (02.2007) https://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/documents/10184/81571/hoerphaenomene.pdf/7d6e6bf2-6325-4929-8173-5dfd21f687fa
Pinter, Christian: Ständig bläst der Sonnenwind https://web.archive.org/web/20050419002538/http://www.wienerzeitung.at/Desktopdefault.aspx?TabID=3946&Alias=wzo&lexikon=Astronomie&letter=A&cob=3962
Spanier, Felix: Der Einfluss des Sonnenwinds auf die Erde http://www.weltderphysik.de/gebiet/planeten/erde/sonnenwind/
Stirn, Alexander: Symphonien aus dem Nichts http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/erden-toene-symphonien-aus-dem-nichts-a-114202.html
Univ. -Prof. Dr. Setzer, Max J.: Schall. Universität Duisburg-Essen. https://www.uni-due.de/ibpm/BauPhy/Schall/indexschall.htm
Watanabe, Susan: Spooky Space Sounds https://www.nasa.gov/vision/universe/features/halloween_sounds.html
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